Sonntag, 27. Dezember 2020

Die Welt trägt schwarz

 Am Montag, den 5.10.2020, wurde Mama endlich nach fast vierzehn Tage Aufenthalt im AKH nach Oberwart verlegt. Ihr Zustand hatte sich etwas stabilisiert und die Vermutung des Darmverschlusses war nicht wirklich fix. Jedenfalls hatte sie im AKH eine Nasensonde erhalten, damit man ihr Nahrung zuführen konnte, die über die PEG Sonde wieder ablief. Vor der Verlegung wurde diese wieder entfernt und alles Intravenöse lief über den Port. Mein Mann besuchte sie gleich am Montag um ihr das Fernsehguthaben aufzuladen. Ich Standlichter in Quarantäne wegen Cotonaverdacht. Am Mittwoch den 7.10.2020 erhielt ich einen Anruf vom Entlassungsmanagment. Meine Mama hatte sich erholt und man würde sie entlassen. Meine Mutter selbst telefonierte mit mir und erzählte, sie hätte schon Kaffee getrunken und klare Suppe gegessen. Wir waren total happy, das es endlich bergauf ging. Am Donnerstag erhielt ich dann die Mail für eine Einreichung beim Sozialamt für einen Zuschuss zu einem Pflegeplatz. Mama müsste nur noch die Papiere unterschreiben und schon war sie frei, hieß es. Am Donnerstag war Mama sehr kurz am Telefon gebunden, da sie ziemlich müde war. Am Freitag erreichte ich sie gar nicht, doch die Station meinte, es ginge ihr Futuna sie sei nur müde. Am Samstag dasselbe Soiel, wobei ein Pfleger meinte, ob es nicht besser wäre, vorbei zu kommen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir gerade in Wien seit Freitag. Sonntag Vormittag gegen 10h kam ein Anruf, dass es mit Mama nicht gut stünde. Ich soll bitte kommen. Ich war in Panik, denn ich konnte nicht weg, da ich auf meinen Computer warten musste, den mein Sohn zur Reparatur hatte und wir waren erst gegen 11h bei ihm bestellt. Effektiv wurde es 11.30h bis Christopher uns anrufen hörte. Bis wir endlich im Krankenhaus waren, war es 16.30h und meine Mama lag bereits im Sterben mit starrem Blick und Schnappatmung. Ich hatte beinahe einen Nervenzusammenbruch und weinte. Der Pfarrer, den ich am Vormittag in Auftrag gegeben hatte, hatte ihr die Sakramente bereits erteilt, musste jedoch zu zwei Taufen weg, kam aber wieder. Ich fragte ihn, ob Mamas Wunsch der Verbrennung auch wirklich im Rahmen der katholischen Kirche liege und er bejahte, da er dasselbe vorhatte. Ein Pflegeassistent versuchte mich energetisch zu trösten, sprach vom Leben danach und das sie jetzt nichts mehr bewusst mitbekommt, dass ich aber anhand ihrer Handbewegung nicht so empfand. Es stellte sich heraus, das Mama nicht wollte, das man mich anrief, er es aber trotzdem tat. Sie wusste, ich würde es nicht verkraften. Am Montag den 12.10.2020, exakt ein Monat nach ihrem Geburtstag, verstarb sie kurz vor 6h. Gegen halb sieben rief man mich an und offenbarte mir dieses. Ich hatte es gespürt, denn ich hatte zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich geschlafen. Mein Mann meinte, er hätte es schon gewusst, da Mama sich bei uns im Schlafzimmer gegen dieser Uhrzeit aufgehalten und verabschiedet hätte. Nicht nur er hörte sie, auch die Kleinen und mein Sohn Christian....danach verstummte die Welt, es wurde dunkel um mich und die Zeit blieb stehen....meine Mutter war gegangen! 


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