... im Hause Silvermoon ...
Hases Wecker, halb vier Uhr früh, klingelt. Hurtig hurtig rast der Hase quer durch die Wohnung. Kleidung richten, Essen richten, Morgenwäsche, anziehen, zusammenpacken, ein flüchtiger Kuss und ab durch die Mitte um 4.10h. Mausi seufzt, dreht sich um und schliesst die Augen wieder. Ruhe.....nicht lange. Gegen 4.20h Volksbeleuchtung mitten im Zimmer. Hase ist zurückgekehrt. Schlüssel vergessen! Ein flüchtiges Tschüss und Hase ist wieder weg. Ruhe...außer mein kleiner Herzinfarkt...Stille kehrt ein. Mausi schliesst die Augen...für nicht mal eine Stunde. Klein Söhnchen ist wach und sucht die Toilette auf. Ein grelles Stimmchen reisst mich auf: "Licht bitte, ich brauch Licht!" Schlaftrunken stolpere ich aus dem Bett in den Flur und drück einfach alle Schalter, die ich finden kann, in der Hoffnung irgendwo den richtigen Lichtschalter zu erwischen. Mit halbgeöffneten Augen sehe ich meinen Dreijährigen von einem Bein zum Anderen und hält sich verkrampft den Schritt: "Licht Mama, ich muss lulu!" Ich erwische endlich den richtigen Schalter und höre das erfolgreiche Geplätscher am WC. Irgendwie taumel ich zurück ins Zimmer und lasse mich ins Bett fallen. "Mamaaaaaa Licht abdrehen!!!!Bin fertig!" Langsam beginne ich zu knurren. Und wieder taumel ich den Flur entlang, drehe alles ab, vergewissere mich dass Junior den Weg ins Bett gefunden hat und kehre zurück in mein Bett. Ein Blick auf die Uhr verrät mir: 5.15h! Ich schliesse die Augen, drehe mich links, dreh mich rechts, schlafe irgendwann ein, bis mich ein: "Mamaaaaaaaaaaaa!" aus den Schlaf reisst. Abrupt spring ich aus dem Bett. Hab ich verschlafen? Ich taste nach meiner Uhr: 5.45h! Der fünfjährige Junior ist erwacht! "Guten Morgen Mama, ich bin wach!" Ich starre ihn an. Schon seltsam, dass wir beide gleichzeitig wach sind, nicht wahr? Vorbei mit dem Schlafen! Die Natur fordert ihr Recht ein und nach der morgendlichen Wäsche meiner mittlerweile beiden Jüngsten und mir, sind wir startbereit. 6.15h! Und der Tag nervt mich jetzt schon leicht. Ich mache mich an die gewünschten Marmeladenbrote und die Tassen heissen Kakao für die kleinen Schlümpfe, während ich mir einen starken Kaffee aufbrühe. Der Ruf nach einer Zigarette wird immer intensiver. Während die beiden Jungs schmatzen, was das Zeug hält, verziehe ich mich kurz mit meinem Kaffee und einer Zigarette auf den Balkon und geniesse die frische Luft bei gerademal 5 Grad. Halbblau festgefroren und bibbernd, wie eine Nacktkatze in der Antarktis, kehre ich zurück. Ob Kälte wirklich jung hält, ist mir in diesem Moment sehr gleichgültig, aber auf alle Fälle bin ich nun zum ersten Mal heute wirklich wach. Während die Kleinen bereits mit den Krümeln abschiessen spielen, laufe ich die Wohnung durch um zu lüften und stecke die beiden Krawallos in ihr Zimmer, um den Tisch abzuräumen. Ein Blick rund in der Küche und der Schock ist perfekt. Man merkt das nächtliche Gefuttere der grossen Kiddis. Chaos pur! Ich öffne den Geschirrspüler und stürze mich voll in die Arbeit. Das wortwörtlich! Der blaue Fleck am rechten Schienbein kann das bestätigen. Ein Blick auf die Uhr: 7h! Ich räume aus, ich räume ein, ich schalte ein. Ich seh mich um. Verdammt, warum ist noch immer so viel Geschirr da? Ich öffne den Geschirrspüler erneut in der Hoffnung, ich könnte noch was reinquetschen, doch der Geschirrspüler zeigt mir die Zunge und spritzt mir durch das abrupte Öffnen das heisse Wasser ins Gesicht! "Dann eben nicht du hohle Nuss!" grummel ich und setze mich auf die Küchenbank, um die Wünsche, Anregungen und Beschwerden der Familie vom gestrigen Tag durchzuackern. Da wäre mal der Wunsch nach Hascheehörnchen, 2 mal wird heute unbedingt verschiedene Arbeitsklamotten gewaschen benötigt, eine Brille ist verschwunden...eine Brille???? Verschwunden??? Kopfkratz, ok, weiter im Plan. Warnung wegen Schlechtwetter, also Balkon räumen. Klasse, also wieder alle Pflanzen vom Balkon ins Wohnzimmer schleppen. Und dann war da noch der Kleinkram wie: zuwenig Milch daheim, Hases Schnittbrot ist leer, Zettel vom Kiga gehören unterschrieben, der Dreijährige braucht neue Unterhosen, der Fünfjährige verlangt nach Buntstiften. Ok, also wie immer der gleiche Tag. 7.30h und ich sortiere die erste Arbeitswäsche und schalte sie, nicht ohne im Hintergrund schon zu wissen, dass sich der Wäscheständer bereits jetzt schon biegt, weil niemand die trockene Wäsche abgenommen hatte. Und siehe da: ich hatte recht! Also abnehmen, zusammenlegen, aufteilen an die jeweiligen Besitzer sprich deren Kästen. 8.15h und die Waschmaschine bimmelt. Während die Kleinen noch an meinem Hosenbein mit dem Wunsch nach einer Milchschnitte hängen, stolpere ich ins Badezimmer um die Wäsche rauszunehmen. Ich hänge auf, sortiere die nächste Arbeitswäsche, schalte ein. Laufe die Zimmern durch nach restlicher Schmutzwäsche, restlichem Geschirr oder vielleicht nach einem Lottosechser, den ich einhamstern könnte. Die ersten Beiden habe ich gefunden, das Letzte blieb mir leider verwehrt. Ein Blick nach dem Geschirrspüler lässt mich erkennen, dass auch dieser fertig ist. Hurtig schmeisse ich mich an diese Arbeit ran, was nun auch mein zweites Schienbein bestätigen kann, und räume die brennheisse Ware aus um gleich wieder reinzustopfen was geht und erneut einzuschalten. Viertel vor Zehn und nichts ist erledigt. Ich nehme kurz meine Auszeit auf der Toilette, als das mein Handy bimmelt. Das war ja jetzt soooo klar! Ich breche diese Auszeit ab und husche ins Wohnzimmer, um verzweifelt nach meinem Handy zu kramen. Mein Hase hatte angerufen und ich hab ihn verpasst. Sofort drücke ich die Wiederwahltaste. Ring, ring, ring. Nichts. Erneut drücke ich sie und wieder ausser ring ring ring ist rein gar nichts. Toll, echt toll. Da ruft er einmal an und ich nicht bereit. Erneut suche ich meine Auszeit am WC, als das Handy läutet. Ich zische ins Zimmer wie ein Düsenjet und hebe in letzter Sekunde keuchend ab. Es ist Hase mit der Frage: "Alles ok bei dir?" Natürlich ist alles ok bei mir, eigentlich liege ich noch am Strand in Mallorca, aber ich verrate das keinem! Hase rief nur an mit der Bitte dass ich einige Leute kontaktiere für Termine etc. Kein: ich vermisse dich, du fehlst mir, würde dich gerne im Arm halten oder kommst du vielleicht in meiner Pause zu mir! Traurig stehe ich da, er hat bereits aufgelegt, seine Arbeit zwingt ihn weiter. Ich grapsche nach meiner Zigarette und wage erneut den Weg auf den Balkon. Mittlerweile habe ich mich an die Temperatur wie das Schlottern meiner Knochen gewöhnt und kehre erneut zurück in die Küche, um die Einkaufsliste zu schreiben. Während meine große Tochter nun ihre Leidenschaft zu Whats App entdeckt hat, versuche ich die Einkaufsliste zu schreiben und mich irgendwie zwischen Liste und Handy in meine Kleidung zu quälen. Ich nehme Anlauf: zum Hofer. Dass sich dort gerade eine Invasion von ausgehungerten Mitläufern befindet, konnte ich natürlich vorher nicht wissen und auch die berüchtigte Ellbogentechnik vor einer zugerammelten Fleischtheke half mir da auch nicht weiter. Verkrampft suchte ich nach einem Plan um auch mal im Geschehen an der Fleischtheke mit mischen zu dürfen. Sollte ich den Feueralarm auslösen oder lieber laut nach Hilfe rufen? Oder einfach nur Anlauf mit meinem Warenwagen nehmen und mitten in die Menge fahren? Während ich nachdachte, musste Gott meine Verzweiflungsgedanken vernommen haben und lichtete die Menge. Mein Blick fiel auf das geheiligte Faschierte und ich hörte im Hintergrund die Engel Halleluja jubeln. Gierig griff ich nach drei Packungen und lief im Eiltempo die Gänge auf und ab für die restlichen Sachen. An der Kassa dann der endgültige Schock! Ich neigte mein Haupt nach links: Menschenmassen! Ich neigte mein Haupt nach rechts: Menschenmassen! Und ich mitten drin! Wo hat man die Irren heute alle rausgelassen bitte? Während ich erneut diabolische Gedanken schmiede, wie ich diese Massen am Besten loswerde, offenbart sich mir ein neuer Engelschor: "Halleluja, Kasse drei wird geöffnet!" raunte ein weiblicher Engel in der Durchsage. Ich reisse meinen Wagen nach links, hechte an den Massen vorbei, bekomme grad noch die Kurve nach links, dann nach rechts und lande selbst fast auf dem Förderband. Glücklich lächelnd, ja vielleicht auch etwas hämisch grinsend mit einem Blick auf die wartenden Massen, räume ich die Lebensmittel auf das Band und warte. Und warte. Und warte. Ich sehe auf die Uhr. Mir kommt vor, als würden die Zeiger sich gar nicht bewegen. Und ich warte und warte. Leise beginne ich zu fluchen. War das mit der Durchsage der Engel der Verarsche oder wie? Oder warum kommt da kein Kassier? Nachdem ich mein Gehadere und Gemeckere nach Oben losgelassen habe, erscheint endlich eine Kassiererin, um schön gemütlich Platz zu nehmen. Ich trete bereits von einem Bein auf dem anderen, drehe nervös meine Geldbörse im Kreis, während sie noch in aller Ruhe einen Schluck aus ihrer Trinkflasche nimmt, sich den Sessel richtet, etwas an der Kassa rumdrückt. Mit verklärtem, leicht blutrünstigem Blick, wollte ich sie schon fragen, ob ich ihr einen Kaffee bringen darf, als sie endlich beginnt die Sachen über den Scanner zu ziehen. Bezahlen, einräumen, ab durch die Mitte. Es ist Mittag, knapp 12h, als ich die Wohnungstüre aufsperre und in die Küche hetze. Exakt, wie zum Hohn, piept in diesem Moment der Geschirrspüler. Ich hasse dieses Ding seither!!!! Während ich Einkauf, Wäsche und Geschirrspüler ausräume, wird mir bewusst, dass es schon verdammt knapp mit dem Kochen wird, da mein Hase bereits um 14h aus hat und es mittlerweile schon 13h vorbei ist. Ich sortiere flugs die restliche Arbeitswäsche, schalte die Waschmaschine ein, natürlich ohne Rücksicht auf die andere Schmutzwäsche, räume das restliche Schmutzgeschirr ein und drehe die Geräte auf. Die Küche ist befreit vom Grauen! Nun kann ich endlich mit den Hascheehörnchen beginnen. Nach vollendeter Arbeit warten die kleinen Raubtiere bereits auf die Fütterung und ich konnte nur unter Einsatz meines Lebens des Hasen Portion sicher stellen, der daraufhin auch schon prompt in der Türe stand und mir verklickerte, dass er später essen will, da wir nun wegdüsen müssen, um einige Termine wahrzunehmen. Ich...in verschwitzen Klamotten...ungeschminkt...abgehetzt, soll nun Termine einhalten??? Ich ersuche den Hasen, flott küssend, um 10 Min Zeitaufschub, während er mich fragt, ob ich mich nicht schon vorher fertig machen hätte können. Weil ich ihn sehr liebe, bekam er auf diese Frage mal ausnahmsweise keine Antwort und begann mich umzuziehen und mir ein Gesicht zu malen, um mit ihm loszubrausen. Gegen 17h kehrten wir endlich heim. Ich kehrte eigentlich nicht heim, ich kroch schon mehr heim. Hundemüde servierte ich meinem Hasen sein Essen und seinen Tee und fiel neben ihm als halbe Leiche auf die Couch. Hase blickte mich an und fragte: "Na,von was bist du denn müde?" Ich verkniff mir meine Antwort und wartete, bis er fertig gegessen hatte. Nachdem er meinte, er hätte heute eigentlich gar nicht so recht Hunger, servierte ich den halben Teller ab und bekam einen erneuten Schock in der Küche. Woher zum Teufel kam all das Geschirr? Bis mir einfiel, dass ich nach dem Kochen eigentlich ja gar nicht mehr zum Schmutzgeschirr gekommen war. Ich machte mich ans Werk um auch dieses noch zu beseitigen, als ich die Anfragen meiner bereits heimkehrenden Kinder hörte, ob ich den ihre Arbeitswäsche gewaschen hätte. Ich begab mich zum Wascheständer und siehe da, es war auch bereits schon trocken und fertig zum Abnehmen. Die Kästen erfreuten sich meines Anblickes, als ich versuchte den ganzen Stapel irgendwie reinzustopfen. Es war 18.30h als ich meinen Hasen mit dem Aufruf zur Abendruhe vernahm: "Alle ab ins Bett! Ich muss um 4h früh wieder in die Arbeit!" Schnell, schnell verfrachtete ich alle Kiddis in ihre Betten und schlug unser Bett auf. Das Fernsehgerät an und ab in die waagrechte Position. Hase kam zu mir und ich kuschelte mich an ihm. Man hörte nur noch ein leises: "Gute Nacht Mausi, schlaf gut und träum schön! Ich lieb Dich." Dann war es stille. Ich schloss die Augen und lauschte dem Fernseher. Es war so ruhig und ich war so müde, todmüde. Endlich etwas Ruhe, Entspannung, nichts mehr. Plötzlich fragte mich Hase: "Sag mal Mausi, warum sieht es bei uns immer so aus? Räumt da keiner zusammen?" Aaaaaaaaaaaaaaaaaah und wach war ich. Und wie wach ich war!!!!!!! Und während mein Blutdruck auf die Tausend raste, fiel mir ein, hat denn jemand eigentlich die Brille gefunden mit den Unterhosen und wer zum Teufel stellt heute Nacht die Pflanzen ins Wohnzimmer???? Ich bins nicht, denn ich bin ja gar nicht da, ich bin in Wirklichkeit am Strand von Mallorca......

Na serwas das ist ja sehr stressig bei euch maus Ich beneide dich nicht und bist eine arme Sele maus <3 hast es wieder sehr toll geschrieben deinen altag <3
AntwortenLöschenIch? Ich bin ja am Strand von Mallorca gg
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