Es gibt nicht nur tausende von Ritualanleitungen, sondern auch unzählige verschiedenen Magierichtungen (z.B. Wicca, Hoodoo, Hermetik oder Kabbalah). Und dann gibt es da noch die gängigen Begriffe der Magieformen: Naturmagie, Elementemagie, Kerzenmagie, Symbolmagie, Kräutermagie, Talismane, Chaosmagie, Küchenmagie, Püppchenmagie usw.
Aber kann man die Formen wirklich unterscheiden?
Das wichtigste Objekt des Rituals gibt diesem häufig seinen Namen. Daher scheint es viele verschiedene Richtungen der Magie zu geben. Kerzenmagie, Püppchenmagie, rituelles Räuchern …
Die Kerzenmagie, eine in sich durchaus komplexe Sache, wird aber häufig zu den anderen magischen Handlungen addiert. Ein gefülltes und verschlossenes Püppchen aus Stoff wird beispielsweise nach der Fertigstellung oft zum Aufladen in das Licht einer farblich und damit thematisch passenden Kerze gelegt. Dabei war es doch schon fertig und erfuhr seine magische Zuordnung schon durch die Auswahl der Zutaten …
Die Zutaten, die man anhand der Kräutermagie und der Sympathiemagie gewählt hat. Ist Püppchenmagie dann noch eine eigenständige Form? Und was unterscheidet Stoffpüppchen (abgesehen von der Form) von Mojobeutelchen, die ja auch mit passenden Zutaten gefüllt werden? Die Übergänge sind also fließend.
Ich benutze die verschiedenen Ausdrücke eigentlich nur, um die unterschiedlichen Ansätze der Ritualentwicklung benennen zu können.
Kerzenmagie
Eine einfach durchzuführende Form der Magie, die wenig Zubehör benötigt und so oft für Magie-Neulinge der attraktivste Einstieg. Die “rituelle Wirkung” von Kerzenlicht kennt man ja schon vom Geburtstagskuchen, der romantischen Stimmung, die Kerzenlicht verursachen soll oder vom emotional unterschiedlichen Wert eines Weihnachtsbaums mit echten Kerzen gegenüber dem eines Baumes mit einer Lichterkette.
Rituelles Räuchern
Räuchern als Opfergabe an die Götter ist eine der ältesten sakralen Handlungen schlechthin und heute noch in vielen Kulturkreisen der Welt anzutreffen. Die rituelle Räucherung geht oft mit Visualisierung oder spezieller Meditation einher, wird aber viel häufiger in andere Ritualformen mit eingebunden, als eigenständig eingesetzt. Viele Traditionen weisen darauf hin, dass Opfergaben in Form von duftendem Rauch die “Nahrung der Götter” sei.
Symbolmagie
Eine sehr kreative und intensive Form der Magie, die besonders dabei hilft, den ganz eigenen magischen Weg zu finden. Man beginnt dadurch auch bei anderen Magieformen gängige Symbole für Schutz oder Liebe etc. gegen selbst entwickelte und damit wesentlich kraftvollere Symbole auszutauschen und Symbolen allgemein anders zu begegnen. Auch diese Form der Magie lässt sich hervorragend mit anderen Formen kombinieren.
Püppchenmagie
Die Form der Magie, die durch Kino und Fernsehen am meisten gelitten hat. Püppchen werden fast immer sofort mit Voodoo assoziiert und damit sofort der Schadensmagie zugeordnet. Das ist aber definitiv falsch. Mit Püppchen kann man – genau wie mit allen anderen Formen der Magie – heilen, schützen, unterstützen, harmonisieren, Liebe anziehen und so vieles mehr … oder eben Schaden zufügen.
Sympathiemagie
Bei der Sympathiemagie geht man davon aus, dass Dinge die sich ähneln auch zusammenhängen. Eine Person ähnelt einer Puppe oder einem Foto, ein Gegenstand seiner Zeichnung oder Miniatur, eine Firma ihrem Logo und für viele weitere Dinge gibt es Symbole (Herz = Liebe, Kleeblatt = Glück usw.) anderes wird auf Grund der Eigenschaften gewählt (Magneten ziehen an, Honig versüßt …).
Wenn nun der eine Gegenstand in einem Ritual manipuliert wird, dann wirkt sich diese Manipulation nach den Regeln der Sympathiemagie auch auf das andere Objekt aus. Der Wortteil “Sympathie” im Wort “Sympathiemagie” ist von der Bedeutung her nicht dem gebräuchlichen “Du bist mir sympathisch” zuzuordnen, sondern analog zum griechischen Ursprung des Wortes (“sympathikos – mitleidend”) so wie in der medizinischen Bedeutung (“miterkrankt”) zu sehen.
Talismane & Amulette
Der einfache Unterschied: Ein Talisman soll seinem Träger Glück bringen, während ein Amulett Unheil von ihm abwenden soll. Neben der Kreativität kann man alle Formen der Magie zur Erstellung von Talismanen oder Amuletten einbringen. Denn was ist zum Beispiel ein bei sich getragenes Mojo anderes als ein Amulett oder eben ein Talisman. Wie viel mehr Wert hat ein eigenes magisches Symbol aus der Symbolmagie gegenüber einer allgemein gültigen und damit abgegriffenen Symbolik, wie z.B. einem Herz!
Abschließend sei gesagt, dass man sich einer einzigen Form der Magie verschreiben und zeitlebens dann alle Rituale erfolgreich nur mit jener Form verwirklichen kann. Oder man kann für jedes Ziel etwas Neues ausprobieren. Meinen persönlichen Erfahrungen nach hat jeder der magisch arbeitet ein eigenes Ordnungssystem, nachdem er für die Formen der Magie spezielle “Schubladen” hat. Etwa Krankheit immer mit Püppchenmagie zu bekämpfen, für die Liebe immer Mojos zu nähen, Schutz immer durch rituelles Räuchern zu verstärken etc.
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