Man benennt eine Kerze, indem man hineinritzt, wofür diese Kerze steht.
Als Werkzeug zum Einritzen bieten sich dicke Stecknadeln oder Stricknadeln an oder etwa Zahnstocher / Holzspieße, manche verwenden ein speziell für magische Rituale reserviertes Messer oder eine Schreibfeder. Viel wichtiger als das “womit” ist aber das “was”: einen Namen, eine Eigenschaften, einen Wunsch, ein Hindernis oder etwas Ähnliches. Bei einem anziehenden Kerzenritual schreibe ich dabei von links nach rechts vom Docht aus zum unteren Ende (Fuß) hin. So wird der Wunsch später nach dem Anzünden von der Flamme Buchstabe für Buchstabe in die Welt getragen – als würde man ihn buchstabieren. Etwa: L – i – e – b – e.
Bei einem bannenden Ritual hingegen schreibe ich von links nach rechts vom Ende (Fuß) aus zum Docht hin. Später werden die Worte dann von der Flamme von ihrem Ende her Stück für Stück aufgelöst. Sie werden also immer weniger. Etwa: Sorgen, Sorge, Sorg, Sor, So, S, gelöscht!
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, rund um die Kerze herum zu schreiben. Dies bietet sich an, wenn eine Kerze mehrfach für ein Thema verwendet wird. Auch passt dies häufiger bei der Verwendung von Stab- oder Stumpenkerzen als bei den sehr viel kleineren Wunsch- oder Ritualkerzen.
Ob oben oder unten kommt dann meiner Meinung nach wieder auf das Thema an. Eine Kerze kann zum Beispiel immer den Anfang und das Ende einer Meditation kennzeichnen. Es würde Sinn machen, in ihren Fuß etwas wie “Ruhe – Meditation – Gelassenheit” einzuritzen. Diese Themen werden im Laufe ihrer Verwendung sicherlich gleich bleiben.
Vielleicht wird die Kerze aber auch verwendet, um sich über längere Zeit auf etwas vorzubereiten. Beispielsweise auf eine Prüfung. In den Fuß der Kerze würde ich in dem Fall das Langzeit-Thema einritzen. “Heilpraktiker-Prüfung am 14.01.2016″, jedoch würde ich zusätzlich vor jeder Verwendung am oberen Rand das heutige Thema einritzen. Je nachdem, was ich in diesem Moment verstärken möchte. An einem Tag mag das “Durchhaltewillen” sein (bei zunehmendem Mond), an einem anderen Tag möchte man vielleicht den “Konzentrationsmangel” (bei abnehmendem Mond) in die Wüste schicken. Die Kerze brennt dann jeweils mindestens so lange, bis die Worte am oberen Rand aufgelöst wurden.
Wenn man möchte, kann man die Kerze mit dem passenden Ritualöl salben.
Der englische Begriff “to dress the candle” macht deutlich, was man eigentlich tut. Man “bekleidet” die Kerze. Man gibt ihr ein passendes Gewand aus dem zum Thema passenden Ritualöl und verwandelt sie so aus einem schlichten Alltagsgegenstand in ein energetisches Werkzeug. Besonders wenn man weiße Kerzen oder Bienenwachskerzen verwendet, da diese nicht durch ihre Farbe einem Thema zugeordnet sind.
Ich empfehle die Kerze dafür auf die Hand zu legen, mit der man nicht schreibt. Also die weniger dominante Hand, die “empfangende Hand” in der Magie. Mit der anderen Hand öle ich die Kerze ein. Der Docht zeigt dabei von mir weg, das Ende (der Fuß) hingegen zeigt dabei etwa auf meine Körpermitte.
Bei einem bannenden Kerzenritual würde ich die Kerze vom Ende zum Docht hin salben, wobei der Docht ja von meinem Körper weg zeigt, denn das führt die unerwünschten Dinge (die ich zuvor in die Kerze geritzt habe) weg von mir. Es ist meiner Meinung nach die passende abwehrende Bewegung, als würde man etwas von sich weg schieben.
In einem anziehenden Kerzenritual hingegen salbe ich in die andere Richtung, also vom Docht hin zum Ende, welches auf meinen Körper weist, um die positiven Dinge um die ich bitte symbolisch in meine Richtung zu ziehen. Wenn man jemanden ohne Worte zu sich locken wurde, so würde man eine ähnliche Bewegung ausführen.
Wenn man eine Kerze für mehrere Anwendungen verwendet und dementsprechend rund um die Kerze herum geschrieben hat, dann wird auch rundherum eingeölt. Man salbt dabei immer nur den Teil, der in der aktuellen Sitzung abgebrannt wird. Dies geschieht im Uhrzeigersinn bei anziehenden, schützenden, haltenden Ritualen, gegen den Uhrzeigersinn bei bannenden, auflösenden, destruktiven Ritualen.
Wie bei jedem magischen Thema gibt es auch hier wieder gravierende Unterschiede, was in den Augen verschiedener Leute, Autoren oder Lehrer “richtig” oder “falsch” ist. Wie immer kann ich nur weitergeben, was ich gelernt habe und was für mich persönlich Sinn ergibt. Dies ist eine grundlegende Anleitung, die natürlich nach eigenem Ermessen und Bauchgefühl angepasst werden kann!
Wichtig ist, dass der Ablauf für einen persönlich eine Bedeutung hat. Wer etwa mit Engelkerzen arbeitet und diese nur von unten nach oben salbt, weil der Gedanke dahinter ist, sich “mit oben zu verbinden”, dann ist das auf jeden Fall ein schöner, bedeutungsvoller Gedanke. Ebenso könnte man vielleicht eine Kerze mit einer Abwärts-Bewegung salben, wenn man etwas aus sich heraus an die Erde abgeben möchte, etwa Unruhe oder Wut etc. Die Möglichkeiten sind endlos – nur unüberlegt und ohne Aussagekraft sollte eine magische Handlung nie vorgenommen werden.
Basiszutat für magisches Arbeiten: Wunsch- & Ritualkerzen
Ritualkerze, grün
Mit grünen Kerzen ruft man mahr Glück, Erfolg, materiellen (Zu-)Gewinn und Wohlstand. Zur Stabilisierung, Erdung, Erneuerung. Für Fruchtbarkeit, gesundes Wachstum und innere Ausgeglichenheit. Generell für alle Zielsetzungen, in denen etwas vermehrt werden soll.
Ritualkerze, orange
Nutzen Sie Kerzen dieser Farbe für Rituale der Aufmunterung, für Trost, Energie, Motivation, Durchhaltewille. Stärkt die Ausstrahlung und die Anziehungskraft und hilft dabei, Kontrolle zu erlangen und Trägheit zu bekämpfen. Orangefarbene Kerzen eignen sich besonders dafür, Wunscherfüllung und große Veränderungen zu unterstützen.
Ritualkerze, pink
Die richtige Farbe für Rituale zu den Themen Liebe, Partnerschaft, Verbindlichkeit, Leidenschaft, Treue, körperliche Anziehungskraft und Lust. Für ein harmonisches Miteinander, ohne Ängste oder Bedenken. Auch um die Liebe in das eigene Leben zu rufen oder das romantische Interesse von jemandem in die eigene Richtung zu lenken. Diese dunklere Schattierung von Rosa mit einem Anteil von Violett hat eine hohe Schwingungsfrequenz und unterscheidet sich von Rosa in sofern, als dass es dessen Energien von Liebe und Zuneigung um den Aspekt der Leidenschaft und des körperlichen Verlangens ergänzt.
Ritualkerze, schwarz
Die richtige Kerzenfarbe zur Reinigung, Trennung, Auflösung, gegen negative Gedanken und Emotionen aber auch zum Schutz vor äußeren Einflüssen. Um Unerwünschtes zu verbannen, negative Kräfte umzukehren, schlechte Angewohnheiten zu bekämpfen und Blockaden zu erkennen und zu durchbrechen. Werden schwarze Kerzen für ausschließlich eigennützige Zwecke verwendet, etwa zur Trennung Dritter, so kann die Wirkung sich gegen einen selbst richten!
Ritualkerze, blau
Blaue Kerzen nutzt man für Rituale der Heilung, Gesundheit, Geduld, für den Kontakt zum höheren Selbst, für Versöhnung, Verständnis, Inspiration und Kreativität. Sie schaffen Harmonie und inneren Frieden und begünstigt ein harmonisches Zuhause. Auch für Treue, Loyalität, Zusammenhalt und Teamgeist. Auch für den Schutz während des Schlafes und besonders gegen (wiederkehrende) Alpträume eignet sich die Farbe Blau.
Ritualkerze, rosa
Dies ist die passende Kerzenfarbe für alle Rituale bezüglich der reinsten Form der Liebe und so verwendet man es in Ritualen für Familienbindung, Freundschaft und ehrliche Zuneigung. Für romantische Gefühle und wachsende Empfindsamkeit. Wird auch verwendet um Trauer, Hass oder Negativität umzuwandeln. Für einen positiveren Umgang mit sich selbst und anderen.
Ritualkerze, gelb
Kerzen dieser kraftvolle Farbe nutzt man in Ritualen, in denen man die eigene Überzeugungskraft, das Selbstbewusstsein und die Ausstrahlung unterstützen möchte. Gelb hilft dabei, die eigenen Stärken zu erkennen und zu nutzen. Auch für geistige Klarheit und bessere Kommunikation in Beruf, Studium oder Handel. Fördert Lernbereitschaft und Konzentrationsfähigkeit.
Ritualkerze, violett
Kerzen dieser Farbe nutzt man für Rituale für Gerechtigkeit und Erfolg bei Rechtsprozessen, Behörden- oder Berufsangelegenheiten. Zum Schutz vor den Folgen von gegen einen selbst gerichtete Taten, Lügen oder dunkler Magie. Wendet Unglück und negative Energie ab und hilft dabei, alles wieder zum Guten zu wenden.
Ritualkerze, rot
Rote Kerzen werden z.B. für für die Willensstärke, den Mut, die Kraft und den Kampfgeist verwendet und helfen bei der magischen Selbstverteidigung. Um Ängste, Schwächen oder Furcht zu bekämpfen. Auch für körperliches Verlangen, Sexualität, Potenz, Steigerung der Libido und für Eroberungen oder die Wiedergewinnung eines Partners. Rote Kerzen kann man in einem Ritual zusätzlich zu den eigentlichen Ritualkerzen brennen lassen, um Vorgänge zu beschleunigen und schnelle Veränderungen hervorzurufen.
Ritualkerze, weiß
Weiße Kerzen nutzt man für Rituale bezüglich von Schutz, Frieden, Wahrheit, Klarheit, Aufrichtigkeit, Ganzheit, Reinheit. Sie helfen die eigene Aura zu stärken und beschützen einen während der magischen Arbeit. Mit ihnen zerstört man destruktive Energien und fördert die Spiritualität. Wenn Sie sich über die passende Farbe nicht sicher sind, benutzen Sie eine weiße Kerze.
Unbedingt mal reingucken
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